„Fokus KiJu“ im Mai zum Thema „Übertragungsfokussierte Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen“

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Im Vortrag von Referentin Irmgard Kreft standen zu Beginn die zentralen diagnostischen Merkmale der Borderline-Persönlichkeitsstörung im Fokus. Sie hob insbesondere drei Kernelemente hervor: die vorherrschenden dyadischen Beziehungsmuster, die Spaltung in „gut“ und „böse“ sowie die Identitätsdiffusion. Diese strukturellen Aspekte wurden als grundlegende Orientierung für das Verständnis der innerpsychischen und interpersonellen Dynamik der betroffenen Patientinnen und Patienten herausgearbeitet.
Im weiteren Verlauf stellte Frau Kreft die Grundzüge der übertragungsfokussierten Psychotherapie (TFP) dar und erläuterte deren Bedeutung für die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. Dabei wurde deutlich, wie zentral die Arbeit an den sich im therapeutischen Raum entfaltenden Beziehungsmustern ist.
Besonderes Gewicht erhielt eine eindrückliche Falldarstellung aus der Kindertherapie. Anhand eines Kindes mit ausgeprägter Borderline-Persönlichkeitsstörung wurde die therapeutische Arbeit mit massiver Aggression veranschaulicht. Frau Kreft zeigte auf, wie sich aggressive Impulse im therapeutischen Setting manifestieren können und wie diese verstehend aufgegriffen und bearbeitet werden können, ohne die therapeutische Beziehung zu gefährden.

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In der anschließenden Diskussion richteten sich die Fragen des Auditoriums vor allem auf die Einbeziehung der Bezugspersonen bzw. des sozialen Umfeldes, die Gestaltung des therapeutischen Settings sowie den konkreten Umgang mit akuter Aggression im Therapieraum. Hierbei wurde deutlich, wie bedeutsam eine klare Struktur, eine haltgebende therapeutische Haltung und die kontinuierliche Reflexion der Übertragungs- und Gegenübertragungsdynamik sind.
Irmgard Kreft ist eine erfahrene analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen im Kindes- und Jugendalter. Sie arbeitet intensiv mit Konzepten der übertragungsfokussierten Psychotherapie (TFP) und verbindet dabei fundierte theoretische Kenntnisse mit langjähriger klinischer Erfahrung. In ihrer Tätigkeit ist sie sowohl in der therapeutischen Praxis als auch in der Aus- und Weiterbildung von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten engagiert und trägt wesentlich zur Vermittlung psychodynamischer Behandlungskonzepte bei.
Die Online-Veranstaltungsreihe „Fokus KiJu“ richtet sich an Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, die sich praxisnah, kompakt und ohne großen organisatorischen Aufwand weiterbilden möchten. Mit einer Dauer von 90 Minuten - immer von 11 bis 12.30 Uhr - ist das Format ideal in Ihren beruflichen Alltag integrierbar - ohne Unterbrechung der Praxisroutine. Nach einem fundierten Einführungsvortrag durch erfahrene Referent*innen haben Sie die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Ihre Fälle einzubringen und mitzudiskutieren.
Die Teilnahme an einer Fortbildung kostet 25 Euro und ist unabhängig voneinander buchbar – Sie können also flexibel teilnehmen, ganz nach Ihrem Interesse und Ihrer zeitlichen Verfügbarkeit.
Die nächste Veranstaltung ist am 03. Juni zum Thema „Gaming Disorder“.Hier geht's zur Anmeldung.

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