Liebe Kolleginnen und Kollegen,
der Titel des 5. Ostdeutschen Psychotherapeutentags ist bewusst zweideutig gewählt. Er spiegelt die Ambivalenz wider, die unserem Berufsstand in der täglichen Arbeit, aber auch berufspolitisch begegnet.
Auf der einen Seite steht die Forderung nach einer „Psychotherapie für alle!“. Der Behandlungsbedarf wächst, die Erwartungshaltung von Hilfesuchenden und der Gesellschaft ist groß. Soll doch die Psychotherapie die Folgen der Probleme und Krisen unserer Zeit heilen.
Auf der anderen Seite wird die Frage nach der „Psychotherapie für alle?“ gestellt. Die Gesundheitspolitik blickt kritisch auf die Psychotherapie vor dem Hintergrund von Kostendruck und Sparzwang. Krankenkassen zweifeln, ob Psychotherapie wirklich notwendig ist und ob PsychotherapeutInnen verantwortungsvoll mit den knappen Ressourcen des Gesundheitssystems umgehen.

Der 5. OPT widmet sich den gesellschaftlichen, gesundheitspolitischen und digitalen Entwicklungen unserer Zeit, mit ihren Unsicherheiten, aber auch Chancen. Am ersten Tag wagen wir also den Blick über den Tellerrand und lassen ganz verschiedene Professionen zu Wort kommen. Wir wollen gemeinsam Meinungen und Positionen erörtern, Perspektiven erkunden und Motivationen verstehen. Der zweite Tag bietet Ihnen eine Vielzahl an Workshops zu psychotherapeutischen Themen und öffnet den Raum für Praxis und Austausch. Natürlich darf eine Feier zum 5. OPT nicht fehlen, diesmal in luftiger Höhe - in der Felix Rooftop Bar am Augustusplatz.
Wir hoffen, Ihnen ein vielfältiges und bereicherndes Programm bieten zu können und freuen uns auf viele interessante Begegnungen und persönliche Gespräche.
Ihr OPK-Vorstand
Programm
Zum Einstieg in den OPT erwarten Sie am Freitag sechs spannende Vorträge von ReferentInnen aus unterschiedlichen Professionen.
Dabei werden die Themen Gesellschaftsentwicklung, Digitalisierung und die Zukunft der psychotherapeutischen Versorgung aus verschiedenen Perspektiven in den Blick genommen.
Es geht also auch um die Entwicklungen und die Zukunft unserer Profession. Gerade deshalb laden wir am Freitag explizit auch den Nachwuchs ein und freuen uns, auch Studierende und PiA begrüßen zu können.
Zudem freuen wir uns sehr über ein Grußwort der Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer, Dr. Andrea Benecke.
Im Anschluss heißen wir Sie bei der Abendveranstaltung zum OPT herzlich willkommen.
Am Samstag haben Sie die Qual der Wahl: suchen Sie aus dem bunten Workshop-Programm je am Vor- und Nachmittag den für Sie passenden Workshop aus.
FR | 5. März 2027 – Vorträge
13.00 – 18.00 Uhr
Zu den Themen Gesellschaftsentwicklung, Digitalisierung und Zukunft der psychotherapeutischen Versorgung referieren je zwei FachexpertInnen. Anschließend sitzen sie sich auf dem Hot Seat gegenüber und bringen ihre Position mittels konkreter Fragen kurz und knackig auf den Punkt.
Seien Sie gespannt, was sich die unterschiedlichen Professionen zu sagen haben und wer wie auf die Themen unserer Zeit blickt.
Psychotherapeutische Versorgung aus Sicht von Betroffenen

Dr. Silke Lipinski
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Klinische Psychologie Sozialer Interaktion HU Berlin,
Koordinatorin Center for Patient and Public Involvement (PPI) des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG)
Detaillierte Informationen folgen.
Psychotherapeutische Versorgung aus Sicht der Krankenkassen

N.N.
Detaillierte Informationen folgen.
Wenn KI mitredet und „versteht“: Was gewinnt – und was riskiert – die Psychotherapie?

Foto: Klaus Polkowski
Dr. Sophie Kerstan
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Abteilung für Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Freiburg
Der Vortrag beleuchtet Chancen und Risiken der Mensch-KI-Interaktion im psychotherapeutischen Kontext. Im Fokus stehen Wechselwirkungen zwischen KI-Eigenschaften und menschlichem Erleben und Handeln. Dabei geht es um die Frage, ob KI mehr Psychotherapie für mehr Menschen ermöglichen kann – oder ob sie das gefährdet, was gute Psychotherapie ausmacht. Dies wird anhand von Praxisbeispielen und Forschungsergebnissen diskutiert.
Ziel ist eine erste Einordnung von Chancen und Risiken des KI-Einsatzes in der Psychotherapie aus psychologischer Sicht zu ermöglichen. Statt einfache Antworten zu liefern, wirft der Beitrag zentrale Fragen auf, die zur Entwicklung einer eigenen professionellen Position anregen sollen. Dafür benötigen Sie keine KI-Kenntnisse, zugleich bieten sich jedoch auch für Personen mit (ersten oder fortgeschrittenen) Erfahrungswerten vielseitige Denkanstöße.
Das komplexe Zusammenspiel von Plattformmacht und Demokratie

Dr. Philipp Lorenz-Spreen
Nachwuchsforschungsgruppenleiter Computational Social Science,
Center Synergy of Systems TU Dresden
Dieser Vortrag spannt einen Bogen von alltäglichen Aufmerksamkeitsanforderungen via Benachrichtigungen und Newsfeeds der sozialen Medien hin zu den großen Plattformen, die davon profitieren. In den letzten zwei Jahrzehnten haben digitale Technologien den öffentlichen Diskurs verändert: Die zunehmende Vernetzung hat selbstorganisierte Debatten ermöglicht, während Plattformen, ihre Algorithmen und nun auch generative KI einen beispiellosen Einfluss darauf gewonnen haben, was wir sehen und teilen.
Ich vertrete die These, dass die Macht über den Diskurs weniger in der direkten Kontrolle von Inhalten liegt als vielmehr in der strukturellen Gestaltung der Plattformen. Unter Rückgriff auf Komplexitäts- und Verhaltenswissenschaften untersucht der Vortrag, warum Plattformen in manchen Kontexten demokratische Entwicklungen fördern können, während sie in vielen anderen Polarisierung, Misstrauen und autokratische Tendenzen schüren. Abschließend diskutiere ich, wie wir diese Effekte messen können und wie alternative Plattformkonzepte aussehen könnten.
Alles besser, alles schlechter? Der Wandel der Familie und seine Bedeutung für Kinder

Foto: Stefan Obermeier
Prof. Dr. Sabine Walper
Psychologische Psychotherapeutin,
Professorin für Pädagogik Ludwig-Maximilians Universität München (i.R.),
ehemalige Direktorin des Deutschen Jugendinstituts (DJI)
Der Vortrag beleuchtet aktuelle Trends in den Lebenslagen und Strukturen sowie der Beziehungsgestaltung von Familien und geht auf deren Bedeutung für Kinder und Jugendliche ein. Hervorgehoben wird die wachsende Heterogenität der Einkommens- und Vermögenslagen von Familien und ihre Folgen für die Erziehungsziele von Eltern, die sich in einer zunehmenden „Intensivierung von Elternschaft“ niederschlagen. So lässt auch ein Zeitvergleich von Trennungsfamilien eine stärkere Involviertheit getrennt lebender Väter erkennen, allerdings ohne dass sich ein positiver Trend auch im Wohlergehen von Jugendlichen mit getrennten Eltern zeigen würde. Mögliche Herausforderungen „intensiver Elternschaft“ für das Coparenting im Trennungskontext werden ebenso diskutiert wie die Bedeutung dieser Trends für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
Psychotherapeutische Interventionen und ihre Zusammenhänge mit und Wirkungen auf Demokratie

Univ.-Prof. Dr. Klaus Michael Reininger
Psychologischer Psychotherapeut,
Professor für Psychotherapieforschung Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Der Vortrag richtet den Fokus auf die zunehmende politische Polarisierung und Radikalisierung, untersucht Mechanismen von Radikalisierung und beschreibt psychotherapeutisch begründete Interventionsmöglichkeiten für das demokratische Miteinander. Der Vortrag stellt nicht nur die Ergebnisse empirischer Studien einerseits zu Ursprüngen und Wirkmechanismen von Polarisierung und Radikalisierung sowie andererseits zu metakognitiven/mentalisierungsbasierten Interventionen in politisch und religiös polarisierten Gruppen dieser randomisiert-kontrollierten Studien vor, sondern diskutiert insbesondere die daraus erwachsenden Implikationen für die psychotherapeutische Arbeit mit Patientinnen und Patienten im gesellschaftlichen Kontext sowie zur Förderung demokratischer Haltung und Konfliktfähigkeit.
SA | 6. März 2027 – Workshops
Wir haben Ihnen ein vielfältiges Workshopangebot aus den unterschiedlichsten Themenbereichen zusammengestellt. Praxisnah und -relevant können Sie Ihr Wissen mit den FachexpertInnen auffrischen, vertiefen oder ganz neue Aspekte für Ihre psychotherapeutische Arbeit entdecken.
Workshops speziell für Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen sind entsprechend gekennzeichnet. Natürlich können Sie auch alle anderen Angebote besuchen.
Für eine optimale Arbeitsatmosphäre sind die Plätze je Workshop auf 25 begrenzt.
9.00 – 12.30 Uhr
In der Psychotherapie begegnen sich Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft, Religionen, sexueller Orientierungen, Behinderungsgrade, Geschlechter, sozioökonomischer Hintergründe und Körpermaße. Merkmale, die mit Diskriminierung sowohl außerhalb als auch innerhalb der Therapiesitzungen einhergehen und die Vulnerabilität für psychische Störungen erhöhen.
Dieser Workshop umfasst einen Überblick über Basiswissen, regt zur aktiven Selbstreflexion in einzelnen Übungen sowie im Diskurs in der Gruppe an und gibt Impulse für praktische Implikationen. Das Ziel des Workshop ist e, Kolleginnen und Kollegen bei der Schaffung einer inklusiven therapeutischen Umgebung zu unterstützen und eine neugierige, wohlwollende Haltung zu entwickeln, auch sich selbst gegenüber. Der Workshop ist für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger und erfahrenere Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen geeignet.
Dr. Timo Slotta
Psychologischer Psychotherapeut
geschäftsführender Ambulanzleiter der Hochschulambulanz für Psychotherapie an der Universität zu Köln (HAPUK)

Angestellte PsychotherapeutInnen stehen in Teams oft zahlenmäßig und hierarchisch im Nachteil und müssen ihre Anliegen gegenüber medizinisch dominierten Strukturen gezielt platzieren. Der Impuls vermittelt praxistaugliche Werkzeuge der Interessensklärung, Gesprächsführung und Verhandlungsstrategie, um in Meetings und Abstimmungen souverän aufzutreten und verbindliche Ergebnisse zu erzielen. Im Fokus stehen klare Kommunikation, das Setzen von Grenzen und das Nutzen von Allianzen – ohne die Zusammenarbeit im Team zu beschädigen.
Tina Groll
Journalistin & SPIEGEL-Bestseller-Autorin, Wirtschaftsredakteurin bei der Wochenzeitung DIE ZEIT

Der Workshop informiert über die Bereichsweiterbildung und den Zusatztitel Sozialmedizin für PsychotherapeutInnen. Die wachsenden Bedarfe in diesem Bereich und die komplexen Aufgaben der Profession erfordern ein fundiertes Wissen über sozialmedizinische Zusammenhänge, Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten. Sozialmedizinische ExpertInnen bewerten Art und Umfang gesundheitlicher Störungen, bei denen Psychotherapie indiziert ist, und deren Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und die berufliche sowie soziale Teilhabe. Sie können Wechselwirkungen zwischen Krankheit, Gesundheit, Individuum und Gesellschaft reflektieren und in die Rahmenbedingungen der sozialen Sicherungssysteme einordnen, um Sozialleistungsträger diesbezüglich zu beraten. Im Workshop werden erste Inhalte per Vortrag vermittelt, Fragen zur Weiterbildung geklärt und die Relevanz dieses Titels diskutiert. Sowohl KollegInnen mit als auch ohne Erfahrung in diesem Tätigkeitsfeld sind gleichermaßen willkommen.
Dr. Kristina Schütz
Psychologische Psychotherapeutin
Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen
stellv. Landesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV)
Co-Referent: Daniel Ciszak (Wissenschaftlicher Referent in der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen)

An der Schwelle zwischen strafrechtlicher Verfolgung, Zeugenaussagen, Opferrechten und psychotherapeutischer Behandlung von Verletzten werfen sich mehrere klinische Fragen auf. Staatliche Aufgabe ist die Verfolgung von Straftaten im Rahmen der Strafprozessordnung unter Beachtung der Opferrechte.
Im Workshop werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu leitliniengerechter Psychotherapie und Glaubhaftigkeit im Lichte der Ergebnisse und Empfehlungen der Expertenkommission im Bundesministerium für Justiz (BMJ) zur Erarbeitung von Hinweisen zum Verhältnis von Psychotherapie und Strafverfahren und Hilfestellung im Umgang mit traumatisierten ZeugInnen diskutiert - gerne auch im Austausch mit Erfahrungsbeiträgen. Ziel ist es, Wege der (interprofessionellen) Dokumentation im Umgang und der Arbeit mit traumatischen Erinnerungen aufzuzeigen. Aufklärung und ausreichende Information kann Betroffene unterstützen, eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen.
Dr. Julia Schellong
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie/Psychoanalyse und Psychotherapeutische Medizin, Traumatherapeutin
Leitende Oberärztin und Leiterin Bereich Psychotraumatologie an der Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik, Medizinische Fakultät der TU Dresden

Social Media ist mittlerweile überall. Es scheint beinahe so, als ob man nicht darum herumkommen würde. Auch mehr und mehr PsychotherapeutInnen sind auf Social Media vertreten, leisten Aufklärung, zeigen Einblicke in die Praxis und vom Alltag. Doch welche Regeln gibt es dafür zu beachten, was ist erlaubt und was sollte man lieber nicht posten? Dieser Workshop soll Ihnen mit vielen Praxisbeispielen aus und um Social Media herum einen Leitfaden an die Hand geben, damit Sie ein Gespür dafür entwickeln können, was möglich ist und wo die Grenzen im Sinne der Berufsordnung liegen. Denn nicht alles, was legal ist, ist auch sinnvoll zu posten. Dabei ist mir wichtig zu betonen, dass ich Ihnen nichts verbieten, sondern einfach nur mehr Bewusstsein mitgeben möchte. Denn in Zeiten des Internets kann alles zu jedem Zeitpunkt viral gehen.
Sarah Seide
Psychologische Psychotherapeutin für Erwachsene (TP, VT)
niedergelassen in eigener Praxis in Salzwedel

Vorgestellt wird die Gruppenmethode Balint (psychodynamisches Konzept), welche aktuell neben der Interaktionellen Fallarbeit (IFA) eine der am besten ausgearbeiteten Techniken zur Fallreflexion der PatientInnen-BehandlerInnen-Interaktion darstellt. Ziel ist es, die den therapeutischen Prozess mitbestimmenden impliziten Muster zu erkennen und diese assoziativ, kreativ, spielerisch aufzulösen. So erreichen wir eine Verbesserung der therapeutischen Beziehungsgestaltung. Im Sinne eines Qualitätsmanagements wird das Treatment reflektiert, an die notwendigen Bedingungen angepasst sowie die Gesundheit der TherapeutInnen i.S. einer Resilienzförderung erhalten.
Die Teilnehmenden erleben einen Balint-Prozess selbst mit, können eigene Fälle einbringen und/oder als Gruppenmitglieder ein aktiver Teil des assoziativ arbeitenden Resonanzteams sein. Schnittstellen und Abgrenzungen zu Supervision und Selbsterfahrung werden deutlich gemacht. Der Workshop richtet sich sowohl an in der Methodik unerfahrene als auch an schon erfahrene KollegInnen zur Vertiefung ihrer Kenntnisse. Zudem können PsychotherapeutInnen aller Verfahren teilnehmen.
Jens Nieswandt
Psychologischer Psychotherapeut (VT)
Leitender Psychologe eines MVZ in Stralsund, Lehrtherapeut und Supervisor, Dozent und Selbsterfahrungsleiter
Mechthild Kerkloh
Psychologische Psychotherapeutin (VT), IFA- und Balint-Leiterin, Vorsitzende der IFA-Gesellschaft im IVpT
niedergelassen in eigener Praxis in Berlin

Der Workshop vertieft die Themen des Vortrags. Wir reflektieren, was es für psychotherapeutische Kontexte bedeutet, wenn Menschen mit KI interagieren und dabei der Eindruck des Verstehens und des Verstandenwerdens aufkommt: Wo liegen darin Potenziale, wo sind Vorsicht und Grenzziehung geboten, und welche Konsequenzen ergeben sich für Ihr professionelles Handeln? Dabei werden Fallbeispiele und Rollenspiele (teils mit KI-Interaktion) genutzt und durch Reflexionsphasen und moderierte Diskussionen ergänzt.
Der Workshop soll primär Raum bieten, die eigene professionelle Position zu schärfen und zentrale Fragen im Austausch mit anderen möglichst praxisnah zu bearbeiten. Erwartet wird die Bereitschaft, sich offen und aktiv einzubringen. Teilnehmen können alle interessierten Personen, unabhängig von Vorkenntnissen oder Berufserfahrung.
Dr. Sophie Kerstan
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Abteilung für Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Freiburg

Foto: Klaus Polkowski
13.30 – 17.00 Uhr
In der Psychotherapie begegnen sich Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft, Religionen, sexueller Orientierungen, Behinderungsgrade, Geschlechter, sozioökonomischer Hintergründe und Körpermaße. Merkmale, die mit Diskriminierung sowohl außerhalb als auch innerhalb der Therapiesitzungen einhergehen und die Vulnerabilität für psychische Störungen erhöhen.
Dieser Workshop umfasst einen Überblick über Basiswissen, regt zur aktiven Selbstreflexion in einzelnen Übungen sowie im Diskurs in der Gruppe an und gibt Impulse für praktische Implikationen. Das Ziel des Workshop ist e, Kolleginnen und Kollegen bei der Schaffung einer inklusiven therapeutischen Umgebung zu unterstützen und eine neugierige, wohlwollende Haltung zu entwickeln, auch sich selbst gegenüber. Der Workshop ist für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger und erfahrenere Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen geeignet.
Dr. Timo Slotta
Psychologischer Psychotherapeut
geschäftsführender Ambulanzleiter der Hochschulambulanz für Psychotherapie an der Universität zu Köln (HAPUK)

Verschiedene Betroffenengruppen (z.B. Kinder und Jugendliche in Heimen und Jugendwerkhöfen, politisch Inhaftierte) haben in der DDR Unrechts- und Gewalterfahrungen gemacht, die oft bis heute nachwirken und u.a. in psychischen Erkrankungen zum Tragen kommen. Das tiefe Unrechtserleben, Erfahrungen von Machtlosigkeit und fehlende Anerkennung der Unrechts- und Gewalterfahrungen prägen das Erleben der Betroffenen substanziell. Im Workshop werden Einblicke in die Forschungsergebnisse zu Kindern und Jugendlichen in Heimen und Jugendwerkhöfen gegeben und es wird dargestellt, welche Bedeutung das anhaltende Unrechtserleben für die Symptomatik und die Behandlung hat. Beispielhaft wird ein IRRT-basierter Behandlungsansatz vorgestellt.
Prof. Dr. Heide Glaesmer
Psychologische Psychotherapeutin (VT)
Stellv. Leiterin der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Leipzig
Leiterin der Forschungsgruppen „Psychotraumatologie und Migrationsforschung“ sowie „Suizidalitätsforschung”

Die Bedeutung angestellter Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen nimmt auch im ambulanten Bereich stetig zu. Im Rahmen dieses Workshops sollen die rechtlichen Besonderheiten eines Anstellungsverhältnisses aus Sicht von Arbeitgebern und Angestellten beleuchtet werden. Dabei werden zum einen die rechtlichen Rahmenbedingungen einer Anstellung erläutert. Zum anderen soll gemeinsam erarbeitet werden, wie unterschiedliche Gestaltungsoptionen aussehen und worauf diesbezüglich bei der vertraglichen Gestaltung zu achten ist.
Katharina Vogtmeier
Fachanwältin für Medizinrecht
Fokus auf Vertragsarztrecht, Berufsrecht, Psychotherapeutenrecht, Digitalisierung im Gesundheitswesen
Co-Referentin: Katrin Lißmann (Rechtsanwältin (Syndikusrechtsanwältin) bei der OPK)

In Deutschland spielen laut Schätzungen rund die Hälfte der Bevölkerung gelegentlich oder auch regelmäßig Computer und Videospiele, der Markt ist riesig. Doch in der Psychotherapie ist dies nur wenig vertreten, sei es aus Angst seitens der PatientInnen durch Stigmatisierung oder aus Unsicherheit auf Seiten der PsychotherapeutInnen. In diesem Workshop möchte ich Sie einladen, mit mir das Thema Gaming mal etwas anders zu betrachten, abseits der Computerspielsucht. Wie kann ich als PsychotherapeutIn Gaming sinnvoll in der Therapie nutzen, auch ohne viel Vorwissen zu haben? Ich zeige Ihnen anhand von Fallbeispielen, wie Sie das Thema sinnvoll verwenden können. Zusätzlich möchte ich mit einigen Mythen und Vorurteilen aufräumen, zum Beispiel wie viel Spielzeit ist „normal“, machen Videospiele aggressiv, wieso spielen Menschen überhaupt?
Sarah Seide
Psychologische Psychotherapeutin für Erwachsene (TP, VT)
niedergelassen in eigener Praxis in Salzwedel

Vorgestellt wird die Gruppenmethode der Interaktionellen Fallarbeit (IFA; verhaltenstherapeutisches Konzept) , welche aktuell neben der Balint-Methode eine der am besten ausgearbeiteten Techniken zur Fallreflexion der PatientInnen-BehandlerInnen-Interaktion darstellt. Ziel ist es, die den therapeutischen Prozess mitbestimmenden impliziten Muster zu erkennen und diese assoziativ, kreativ, spielerisch aufzulösen. So erreichen wir eine Verbesserung der therapeutischen Beziehungsgestaltung. Im Sinne eines Qualitätsmanagements wird das Treatment reflektiert, an die notwendigen Bedingungen angepasst sowie die Gesundheit der TherapeutInnen i.S. einer Resilienzförderung erhalten.
Die Teilnehmenden erleben einen IFA-Prozess selbst mit, können eigene Fälle einbringen und/oder als Gruppenmitglieder ein aktiver Teil des assoziativ arbeitenden Resonanzteams sein. Schnittstellen und Abgrenzungen zu Supervision und Selbsterfahrung werden deutlich gemacht. Der Workshop richtet sich sowohl an in der Methodik unerfahrene als auch an schon erfahrene KollegInnen zur Vertiefung ihrer Kenntnisse. Zudem können PsychotherapeutInnen aller Verfahren teilnehmen.
Jens Nieswandt
Psychologischer Psychotherapeut (VT)
Leitender Psychologe eines MVZ in Stralsund, Lehrtherapeut und Supervisor, Dozent und Selbsterfahrungsleiter
Mechthild Kerkloh
Psychologische Psychotherapeutin (VT), IFA- und Balint-Leiterin, Vorsitzende der IFA-Gesellschaft im IVpT
niedergelassen in eigener Praxis in Berlin

Traumatische Erfahrungen im Herkunftsland und während der Flucht wirken bei vielen geflüchteten Menschen auch im Aufnahmeland fort. Gleichzeitig entstehen durch unsichere Aufenthaltsbedingungen, drohende Abschiebung, eingeschränkte Teilhabe und soziale Isolation zusätzliche Belastungen im Sinne von Postmigrationsstressoren. Diese kumulative Belastung zeigt sich im Beratungs- und Betreuungskontext häufig in Form von Intrusionen, Albträumen, Schlafstörungen und ausgeprägten Angstzuständen. Die Symptomatik beeinträchtigt zentrale Alltagsfunktionen wie Konzentration, Emotionsregulation und Impulskontrolle erheblich. Ziel des Workshops ist es, einen Überblick über die Mehrfachbelastungen von Geflüchteten zu vermitteln und Ansätze von Hilfsangeboten vorzustellen. Zudem sollen Fachkräfte darin unterstützt werden, die Wechselwirkung von Trauma und aktuellen Lebensbedingungen zu verstehen und Ansätze im Umgang mit traumatisierten Geflüchteten kennenzulernen.
Barbara Abdallah-Steinkopff
Psychologische Psychotherapeutin mit Arbeitsschwerpunkt Psychotherapie bei traumatisierten geflüchteten Menschen
Dozentin, Supervisorin
Langjährige Tätigkeit bei REFUGIO München, Beratungs- und Behandlungszentrum für traumatisierte Flüchtlinge und Folteropfer

Dieser Workshop greift das diesjährige Thema von „OPK vor Ort” auf. Am Beispiel von Autismus-Spektrum-Störung und/oder ADHS wird der aktuelle wissenschaftliche Stand dargestellt, diagnostische Kriterien sowie Behandlungsaspekte besprochen.
Detaillierte Informationen folgen.
N.N.

FR | 5. März 2027 – Abendveranstaltung zum OPT
Am Freitag laden wir Sie ab 19.00 Uhr zur OPT-Party über den Dächern Leipzigs ein.
Nach dem Tagungsprogramm können Sie hier bei einem Abendessen und bei Musik mit Kolleginnen und Kollegen plaudern, tanzen und den Tag entspannt ausklingen lassen. Dabei gibt es nicht nur den mittlerweile 5. OPT zu feiern, sondern auch einen runden Geburtstag Ihrer Kammer.
Die Abendveranstaltung kann auch unabhängig von der Kongressteilnahme besucht werden. Bringen Sie also gern Ihre Begleitung mit.
Feiern Sie mit uns 20 Jahre OPK!
Ticket:
69 € (inkl. Begrüßungsgetränk und Buffet)
Ort:
Felix Rooftop Bar Leipzig
Augustusplatz 1-3
04109 Leipzig

Tickets
Alle Ticketvarianten und Preise finden Sie in der nebenstehenden Tabelle.
Mit dem Kongressticket nehmen Sie an allen Vorträgen am Freitag sowie an zwei Workshops am Samstag teil. Die Workshops wählen Sie verbindlich bei der Buchung aus.
Alternativ steht ein Tagesticket für die Teilnahme an einem einzelnen Veranstaltungstag zur Verfügung.
Die Abendveranstaltung kann separat gebucht werden – auch unabhängig von einer Kongressteilnahme.
Bitte wenden Sie sich bei Fragen gern direkt an das Veranstaltungsmanagement der OPK.
Beachten Sie auch die AGB für den OPT.
Veranstaltungsorte
Kongress
Anreise:
Pentahotel Leipzig
Großer Brockhaus 3, 04103 Leipzig
Übernachtung:
Zimmerkontingent unter dem Stichwort „OPK“ bis 6 Wochen vorher.
149€ Einzelzimmer / 169€ Doppelzimmer inkl. Frühstück

Abendveranstaltung
Anreise:
Felix Rooftop Bar Leipzig
Augustusplatz 1-3, 04109 Leipzig
Übernachtung:
Zimmerkontingent unter dem Stichwort „stay OPK“ bis 6 Wochen vorher.
Studio zur Einzelnutzung 95€ inkl. Frühstück

FAQ
Für die Teilnahme am Kongress können Fortbildungspunkte erworben werden.
- Freitag: 5 Fortbildungspunkte (Kategorie A)
- Samstag: 8 Fortbildungspunkte (Kategorie C1)
Nein, eine Stornierung des Tickets ist nicht möglich, da es sich um eine verbindliche Ticketbuchung handelt. Näheres dazu finden Sie in unseren OPT-AGB §2, §3 und §5.
Ein Workshop-Wechsel vor Ort ist aus organisatorischen Gründen nicht möglich.
Eine Workshop-Umbuchung kann jedoch eigenständig über den Link in der Bestätigungs-E-mail vom Ticketanbieter Pretix vorgenommen werden – sofern entsprechende Kapazitäten verfügbar sind. Bitte beachten Sie dabei die geltenden Fristen. Den Link können Sie sich auch über die Buchungsseite nochmals zusenden lassen (unten auf der Seite bei „Wenn Sie bereits ein Ticket bestellt haben”).
Sowohl die Kongressräumlichkeiten als auch die Abendveranstaltungslocation sind über die Fahrstühle vollständig barrierefrei erreichbar. Ebenfalls haben Sie in beiden Veranstaltungsorten die Möglichkeit, ein barrierefreies Zimmer zu buchen. Bitte wenden Sie sich hierfür direkt an das entsprechende Hotel.
- Das Pentahotel verfügt über eine Tiefgarage.
Kosten: 24 €/24 Std. - Sie können auch das Parkhaus direkt am Augustusplatz nutzen. Kosten: Tageshöchstgebühr 20 €.
Aufgrund der zentralen Lage empfehlen wir jedoch die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Kongress: Pausenverpflegung, Mittagessen, Tagungsgetränke, Kaffee/Tee
Abendveranstaltung: Willkommensgetränk und Buffet, weitere Getränke auf Selbstzahlerbasis
Für Ihre Übernachtung haben wir Kontingente im Kongresshotel sowie im Hotel der Abendveranstaltung reserviert.
Alle Einzelheiten finden Sie im Abschnitt Veranstaltungsorte.
Kontakt
Veranstaltungsmanagement
Telefon: 0341 - 462 432 83
Presse: Antje Orgass
Telefon: 0341 - 462 432 26
Pentahotel
Telefon: 0341 - 129 20
Felix - Hotel und Bar
Telefon: 0341 - 218 299 10





