OPK beteiligt sich mit klarem Statement am 5. Deutschen Psychotherapie Kongress

„Wissenschaft und Praxis im Dialog" - Das Ringen um eine effiziente und effektive psychotherapeutische Versorgung

Berufspolitik

Im Bild (v.l.n.r.): Christoph Bosse, Dr. Silke Heinemann und Barbara Breuer-Radbruch

Foto: privat

Vom 8. bis 12. Juni 2026 fand der 5. Deutsche Psychotherapie Kongress (DPK) in Berlin statt. Unter dem Motto „Wissenschaft und Praxis im Dialog: Erkenntnisse nutzbar machen, Versorgung nachhaltig verbessern“ kamen über 1.300 Teilnehmende aus Wissenschaft, Versorgung, Selbstverwaltung und Politik zusammen.

Beim Politischen Eröffnungspanel am 9. Juni unter dem Titel „Psychische Gesundheit im Epochenbruch: Versorgung sichern statt kürzen“ sendete auch die OPK ein klares Statement an die Politik. Die OPK-Vorstände Christoph Bosse (Mecklenburg-Vorpommern) und Barbara Breuer-Radbruch (Sachsen-Anhalt) waren vor Ort und verfolgten die spannende Podiumsdiskussion.

Zu Gast waren VertreterInnen der Politik (Dr. Silke Heinemann - Bundesministerium für Gesundheit), der Krankenkassen (Sibylle Malinke - vdek), der Kammern (Dr. Nikolaus Melcop - BPtK), der Wissenschaft (Prof. Dr. Frank Jacobi - Psychologische Hochschule Berlin), der Praxis (Dr. Enno E. Maaß - Bundesvorsitzender DPtV) sowie der Studierenden (Luisa Baumgärtner - Studierende der Universität Leipzig) als auch eine Erfahrungsexpertin (Dr. Silke Lipinski - Vorstand von Aspies e. V). Moderiert wurde das Panel durch Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier (Universität Greifswald) und Dr. Christina Jochim (Bundesvorsitzende DPtV).

In dem 90minütigen Eröffnungspanel wurden viele Themen angesprochen, die die Psychotherapeutenschaft bewegen. Kernpunkte waren dabei die finanzielle Situation der Krankenkassen und die geplanten Gesetze der Bundesregierung, welche massive Einschnitte in der psychotherapeutischen Versorgung bedeuteten.

Sibylle Malinke (vdek) betonte die desaströse Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung. Eine weitere Belastung der Beitragszahler sei nicht tragbar, daher seien Mut zu strukturellen Veränderungen und Effizienzsteigerungen notwendig, auch wenn die Psychotherapie einen kleineren Ausgabenblock darstelle.

Sibylle Malinke von der vdek.
Foto: privat

Professor  Frank Jacobi hielt dem entgegen, dass die Krankheitslast psychischer Störungen enorm sei und die Ausgaben für Psychotherapie im Verhältnis dazu sehr gering seien. Psychotherapie sei kein Kostentreiber, sondern ein Hebel zur Reduktion von Folgekosten und somit eine lohnende Investition. 

Auch strukturelle Versorgungsprobleme wurden benannt. Trotz insgesamt guter Versorgungsstandards in Deutschland bestehen insbesondere in ländlichen und strukturschwachen Regionen weiterhin erhebliche Defizite. Auch die im Koalitionsvertrag geplante getrennte Bedarfsplanung für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen wurde angemahnt. Kritisch diskutiert wurden zudem die geplante Rückführung psychotherapeutischer Leistungen in die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung sowie daraus resultierende mögliche Leistungseinschränkungen für Praxen.

Frau Dr. Silke Heinemann (BMG) beharrte darauf, dass es sich um eine Geld- und Ressourcenfrage handele, während von den VertreterInnen der Psychotherapie dies als Priorisierungsversäumnis gewertet wurde.

Weitere Themen der Diskussion waren die Finanzierung der fachpsychotherapeutischen Weiterbildung, der Zugang zur Psychotherapie, die Wartezeitenproblematik sowie der Bürokratieabbau. 

Das Panel zeigte, wie wichtig es ist, im Dialog zu bleiben, Argumente auszutauschen und den Blickwinkel zu erweitern. Nur so können gemeinsam Lösungen gefunden werden, wobei alle Beteiligten - Politik, Krankenkassen, Kammern, Wissenschaft - ihren Teil zu einer effizienten und effektiven psychotherapeutischen Versorgung beitragen müssen.

Auch die OPK wird weiterhin Gespräche mit (gesundheits)politischen VertreterInnen suchen, um für den Berufsstand und die psychotherapeutische Versorgung einzutreten.

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