„Fokus QS“: Mythen und Fakten rund um die Qualitätssicherung in der Psychotherapie

Die erste Veranstaltung der Fortbildungsreihe am 13.05.2026 räumte mit einigen Irrtümern auf und gab einen ausführlichen Einblick in den aktuellen Stand des Qualitätssicherungsverfahrens des G-BA.

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Foto: Andrii lemenyanenko/iStock

Bei der Online-Veranstaltung „Qualitätssicherung – Schreckgespenst in der Praxis: eine Annäherung an Mythen und Fakten“ ging es um ein Thema, das viele KollegInnen zwischen Skepsis, Neugier und berufspolitischer Relevanz bewegt.

Die Referentin Sarah Seide (Psychologische Psychotherapeutin aus Salzwedel) stellte zunächst allgemeine Aspekte der Qualitätssicherung (QS) vor und was PsychotherapeutInnen jetzt schon ganz selbstverständlich tun, um diese in ihrer täglichen Arbeit hoch zu halten. Weiter erläuterte sie die aktuellen Entwicklungen zur QS in der ambulanten Psychotherapie, die gesetzlichen Vorgaben des G-BA sowie die derzeit laufende Erprobung des QS-Verfahrens in Nordrhein-Westfalen. Dabei wurde deutlich: Psychotherapie lässt sich nur begrenzt mit standardisierten Verfahren messen, geschweige denn verbessern. Unterschiedliche Patientengruppen, Behandlungsverläufe und -verfahren stellen besondere Anforderungen an QS-Systeme.

Die Veranstaltung bot Raum für kritische Reflexion, fachlichen Austausch und einen differenzierten Blick auf Chancen und Grenzen bestehender Ansätze. Neben der Diskussion problematischer Aspekte standardisierter QS wurden auch die sogenannten Feedback- und Monitoringsysteme vorgestellt, die stärker auf Individualisierung, therapeutische Prozesse und die Einbeziehung der Patientenperspektive setzen. 

In der Veranstaltung zeigte sich, dass QS in der Psychotherapie zunehmend als fachliche Entwicklungsaufgabe verstanden wird und nicht nur als bürokratische Verpflichtung.

Ein/e Teilnehmer/in äußerte im Nachgang der Veranstaltung: „Super, die Fortbildungen dieser Reihe sind alle klasse! Ich muss aber das Thema sacken lassen, weil ich die politischen Hintergründe nicht kannte und ehrlich geschockt bin […] Ich dachte erst, dass die anderen QS-Veranstaltungen für mich uninteressant sind, aber nun überlege ich sogar, ob es Wege gibt, mich berufspolitisch zu engagieren.“

Weiter geht es mit der Fortbildungsreihe am 24.06.2026 mit „Entwicklungen zu einem professionseigenen Qualitätssicherungsansatz in der Psychotherapie“. Referent Timo Harfst (Psychologischer Psychotherapeut, Stellvertretender Geschäftsführer der BPtK) gibt dann einen Überblick zum Monitoring- und Feedbackansatz und wie dieser tatsächlich zu einer sinnvollen, ökonomischen und wissenschaftlich fundierten QS beitragen kann.
 

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