„OPK vor Ort“ 2026: Psychotherapie zwischen Patientenanspruch und gesellschaftlichem Wandel

„Neurodiversität – Wie normal ist Anderssein?“ mit dieser spannenden Frage kommen wir im November mit „OPK vor Ort“ zu Ihnen.

Veranstaltungen

Grafik: Veronika Grigkar

In den letzten Jahren wird der Begriff „Neurodiversität“ häufig genutzt und hat damit Sichtweisen verändert: Er trägt dazu bei, Erkrankungen wie Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder Autismus-Spektrum-Störung nicht ausschließlich defizitär zu betrachten, sondern auch als Ausdruck menschlicher Vielfalt. Viele Betroffene erleben dadurch erstmals Entlastung, Selbstverständnis und gesellschaftliche Anerkennung. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass diagnostische Kategorien inflationär verwendet oder komplexe Lebensprobleme vorschnell psychopathologisiert werden.

Zwei Fachexperten berichten Ihnen live vor Ort in einem Impulsvortrag den aktuellen wissenschaftlichen Stand zur Autismus-Spektrum-Störung und ADHS. Professor Dr. Stefan Röpke ist einer von ihnen. Er ist Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Oberberg Fachkliniken in Brandenburg. Er sieht gerade ambulant tätige Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit dem Anspruchsdenken von Patientinnen und Patienten konfrontiert, in diesem Bereich mit Diagnosen dienen zu müssen. „Ich möchte Ihnen Sicherheit vermitteln in der Diagnostik und Einstufung dieser Störungsbilder“, kündigt er seinen Vortrag an. Professor Röpke gibt zu, den klinischen Aspekt des Themas im Auge zu haben. „Es geht um erkrankte Menschen, die unsere Hilfe suchen und brauchen. Ich möchte aber auch das Phänomen der Zunahme dieser Diagnosen diskutieren. Was ist gesellschaftlich passiert, dass man mit ADHS oder Autismus häufig auch Inselbegabungen verbindet? Dann erhalten Betroffene natürlich eine andere Aufmerksamkeit, es hat sich eine Community von vermeintlich Betroffenen gebildet.“ Diese Sichtweise erzeuge den Wunsch nach einer bestimmten Diagnose. „Wir sollten auch darüber sprechen, wie man mit diesem Diagnosewunsch von Patientinnen und Patienten umgehen kann“, sagt Professor Röpke abschließend. 

Wir freuen uns, Sie persönlich bei „OPK vor Ort“ zu treffen.

 

Für Sie alle Termine im Überblick und hier Ihre Anmeldemöglichkeit.

⇒ 09.11. Mecklenburg-Vorpommern/Rostock

⇒ 10.11. Brandenburg/Potsdam

⇒ 17.11. Thüringen/Erfurt

⇒ 19.11. Sachsen-Anhalt/Magdeburg

⇒ 23.11. Sachsen/Dresden

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