Psychotherapeuten in Aufruhr: Protestwelle zieht durch und die OPK ist an der Seite der Kollegen

OPK-Präsident Dr. Gregor Peikert sprach zu den Kollegen in Dresden.
Foto: OPK
In den vergangenen Wochen gingen zum Beispiel in Magdeburg, Chemnitz, Leipzig, Erfurt und Dresden hunderte Kolleginnen und Kollegen auf die Straße, um auf die ungerechte Honorierung ihrer Arbeit aufmerksam zu machen. OPK-Präsident Dr. Gregor Peikert und Vizepräsidentin Dr. Sabine Ahrens-Eipper unterstützten die Kolleginnen und Kollegen dabei durch Redebeiträge. Sie sprachen klar dagegen an, dass Krankenkassen Psychotherapie als Gesundheitsleistung für weniger Wert halten. „Im Denken der Krankenkassen-Funktionäre ist die Behandlung psychischer Erkrankungen noch immer weniger wert als die Behandlung körperlicher Erkrankungen. Man glaubt, Psychotherapie sei eine nette Zugabe zu Gesundheitsleistungen, die nicht wirklich notwendig sei“, spricht der OPK-Präsident zu den zirka 300 Menschen auf dem Altmarkt in Dresden.
Die abrupte und willkürliche Kürzung der Honorare untergräbt das Vertrauen in die Verlässlichkeit der Finanzierung durch Krankenkassen tiefgreifend. Peikert warnte insbesondere vor den Folgen für den Nachwuchs. Angesichts unsicherer Einnahmen könnten sich junge Therapeutinnen und Therapeuten zunehmend gegen eine eigene Praxis entscheiden. Gleichzeitig werde es für etablierte Praxen schwieriger, Fachkräfte in Weiterbildung zu beschäftigen. Spätestens in den 2030er Jahren drohten dadurch spürbare Versorgungslücken.
Dr. Gregor Peikert bekräftigte vor den Kollegen, dass die OPK nicht nachlassen werde, an die Öffentlichkeit zu gehen, Unterstützung in der Politik zu fordern und mit den Verantwortlichen in Gespräche zu gehen. „Wir fordern das Ende der systematischen finanziellen Benachteiligung der Psychotherapie im Vergleich zu anderen Facharztgruppen“, sagt er abschließend.
Auch Vizepräsidentin Sabine Ahrens-Eipper stellte sich bei Protestaktionen, unter anderem in Magdeburg, demonstrativ an die Seite der Kolleginnen und Kollegen. Die Kammer werde den öffentlichen Druck aufrechterhalten. „Wir stehen felsenfest an Ihrer Seite“, verdeutlichte sie.
Seit der Entscheidung zu den Honorarkürzungen ist die OPK-Spitze in den Medien der ostdeutschen Bundesländer dagegen aktiv präsent. In Interviews, Hintergrundgesprächen, Zeitungsberichten sprechen wir mit klarer Stimme, wie falsch und destruktiv diese Entwicklung ist.


